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Brückenbau ist weiterhin ziemlich unwahrscheinlich... PDF Drucken E-Mail

Leserbrief zum Artikel „So gut wie Stillstand bei den Investitionen“ in der SOR vom 31.März/1. April 2012

Unsere schöne Heimat darf nicht Verkehrsdrehscheibe werden

Die Aussage, dass die Salzachbrücke bei Fridolfing ab 2014 realisiert werden soll, kann getrost als Aprilscherz verstanden werden.
Mit den neu eingestellten 100.000 Euro sollen neue Brücken-Standorte im Tittmoninger Becken und Sanierungsmöglichkeiten der bestehenden Tittmoninger Brücke untersucht werden. Sollte sich aber tatsächlich eine Alternative ergeben, muss erst einmal ein Raumordnungsverfahren für den neuen Standort durchgeführt werden. Sollte hierzu die Landesplanerische Beurteilung tatsächlich positiv ausfallen, müssen für das Planfeststellungsverfahren erst einmal wieder die notwendigen Untersuchungen durchgeführt und Gutachten erstellt werden, angefangen von den Bodenbelastungsproben bis zur FFH-Verträglichkeitsprüfung. Solche Verfahren dauern Jahre wie jeder Planer und auch jeder erfahrene Politiker weiß.
Laut Fridolfings Bürgermeister Johann Schild dient die Alternativensuche nur dazu nachzuweisen, dass der Standort Kelchham doch der günstigste ist für den Brückenbau an der Salzach. Sollte dem so sein, kommt es dennoch nicht so schnell zum erhofften Planfeststellungsverfahren, weil auf bayerischer Seite die Natur- und artenschutzrechtlichen Gutachten dem Bauvorhaben mangels geeigneter Ausgleichsmöglichkeiten die Genehmigungsfähigkeit absprechen und auf oberösterreichischer Seite die Landesumweltanwaltschaft die noch ausstehende Umweltverträglichkeitsstudie einfordern wird. Ein Baubeginn in 2014 ist deshalb reines Wunschdenken.
Kein Scherz ist aber, dass der hoch verschuldete Landkreis 100.000 Euro ausgibt, um damit nicht nur völlig aussichtslose Vorhaben voranzutreiben, sondern zudem Angelegenheiten zu finanzieren, die eigentlich in der Pflicht des Landes Bayern liegen! Schließlich handelt es sich bei der Tittmoninger Brücke um eine Staatsstraße und grenzübergreifende Bauvorhaben sind ebenfalls Aufgabe des Freistaates. Wo bleibt nur der Protest der Gemeinden, denen über die schon wieder erhöhte Kreisumlage das letzte Geld abgepresst wird? Wie viel Sinnvolles hätte man mit den 1,1 Mio. Euro, die inzwischen für die Fridolfinger Salzachbrücke im Seeton versenkt wurden, im Landkreis anfangen können!

Ilse Englmaier
Vorsitzende der Ortsgruppe Tittmoning/Fridolfing des Bund Naturschutz in Bayern e. V. und Vorsitzende der Ökologischen Bürgerliste Tittmoning (Ökoliste)